Der Teufel in der Glashütte
Ein Arbeiter fand den Betrunkenen und trug ihn in die Glashütte, um ihn vor dem Tode des Erfrierens zu bewahren, und legte ihn bei den Öfen nieder. Während die Arbeiter, schwarz vor Rauch und Ruß, an den Öfen hantierten und die rote Glut darin immer neu entfachten, erwachte der Betrunkene endlich.

Aber wie war er entsetzt, als er um sich blickte und die schwarzen Gesichter und die grimmige Glut erblickte! Glaubte er doch, er sei gestorben und befände sich bei den Teufeln in der Hölle.
So fing er ein lautes Gejammer an und bettelte und bat flehentlich, sie möchten sich doch erbarmen und ihn nicht in das höllisches Feuer werfen.

Die Arbeiter mußten hierüber laut lachen, und je mehr er jammerte, um so lauter erscholl das Gelächter der vermeintlichen Teufel. Ihre weißen Zähne und Augen blitzten dabei aus den schwarzen Gesichtern, so daß die Angst des Trunkenboldes immer größer wurde.
Schließlich aber wurde er nüchtern, erkannte seinen Irrtum und machte sich unter dem Gelächter der Arbeiter nach Hause, wohin er ohnehin eher gehörte, als in die Wirtshäuser der ganzen Gegend. Immerhin konnte er nun von sich sagen, einmal am eigenen Leib die Angst der Verdammten erfahren zu haben. Und vielleicht war das für ihn heilsam.
Quelle: Sagen des Westerwaldes, Herausgeber Westerwald Verein e.V.


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